Mit Stress gut leben

Wie können wir mit Stress gut leben? Die moderne Technik ermöglicht uns 365 Tage im Jahr aktiv zu sein. Unser Lebenstempo wurde in den letzten Jahrzehnten sprunghaft schneller. Unsere Seele kann diesem Tempo nicht mehr folgen und viele Menschen klagen über zu viel Arbeit oder leiden an den Folgen von übermäßigem Stress. Wo führt diese Entwicklung hin?

Neue Technologien, Rationalisierungsbestrebungen und der steigende Konkurrenzdruck durch die Globalisierung bringt in allen Arbeitsbereichen eine Erhöhung des Druckes. Alles soll immer schneller gehen. Das bringt einerseits immer wieder neue Entwicklungen und für Menschen, die vorne dabei sind einen „Kick“ durch das Gefühl der Leistungsfähigkeit.

Stress ist gesund

Um leistungsfähig sein zu können, brauchen wir Herausforderungen. An diesen wachsen wir und können durch gute Bewältigung bei zukünftigen ähnlichen Anforderungen aus der Erfahrung heraus unseren Stresslevel reduzieren, Selbstbewusstsein tanken und gewinnen dadurch Kompetenz. Damit das gelingt, brauchen wir zwischen den Phasen der hohen Anforderungen immer wieder ausreichende Erholungsphasen.

Was macht Stress so schädlich?

Dauert die Anspannung zu lange, können viele den Belastungen nicht standhalten. Dann macht sich ein Gefühl der Nervosität, Angst und Überforderung breit und in der Folge kommt es zu körperlichen Beschwerden und Erschöpfung.

Fehlen die Erholungsphasen, dann kommt es zu Überlagerungen der Anforderungen und unser Nervensystem ist damit ständig in einem Alarmzustand. Zur Kompensation des steigenden Termindruckes werden dann häufig Bewegung in der frischen Luft und Sport eingeschränkt, weil keine Zeit mehr dafür ist. Dadurch bekommt der Körper noch weniger Möglichkeiten, die überschüssigen Stresshormone abzubauen.

Die Folgen sind Verdauungsbeschwerden, Herz- Kreislaufstörungen, Verspannungen, Kopfweh, Migräne, Nervosität, Schlafprobleme, Denkblockaden, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und andere Krankheiten, die wir auf den ersten Blick in keiner Weise mit Stress in Verbindung bringen würden.

Körperliche Beschwerden und eine Verminderung der Leistungsfähigkeit führen in einen Kreislauf, der wiederum für zusätzlichen Stress sorgt. In Kombination mit hohen Erwartungen an sich selbst, einem Perfektionsstreben und hoher Leistungsbereitschaft kann das zu Erschöpfung, depressiven Verstimmungen und letztendlich zu Burn-Out führen.

 Tipps zur Stressreduktion

  1. Überprüfen Sie Ihren Stresspegel im Alltag. Geben Sie für die verschiedenen Bereiche Ihres Lebens eine Stressbewertung auf einer Skala und markieren Sie den psychischen und den physischen Stress. Die Bereiche können sein: Arbeit, Partnerschaft, Familie, Freizeit oder auch innere Antreiber und Existenzfragen.
  2. Sorgen Sie für ausreichende Ruhepausen. Wie beginnen Sie den Tag? Nehmen Sie sich Zeit für ein Frühstück in Ruhe oder hetzen sie aus dem Schlafzimmer durch die Wohnung, um noch rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Sorgen Sie für mindestens eine halbe Stunde pro Tag, die Ihrer Regeneration und Besinnung auf den aktuellen Moment dient. Wie viele Tage in der Woche sind Sie aktiv? Auf der einen Seite kämpfen wir für einen freien Sonntag und andererseits verplanen wir diesen Tag so massiv, dass wir nicht zur Ruhe kommen.
  3. Achten Sie auf regelmäßige, gesunde Ernährung. Unter Stress haben wir eine verminderte Nährstoffaufnahme im Darm und wenn wir dann noch zu viel Zucker und Fett durch falsche Ernährung zu uns nehmen, belasten wir unseren Körper zusätzlich.
  4. Ordnen Sie Ihre Arbeitsabläufe. Wer gleichzeitig an verschiedenen Dingen arbeitet, verbraucht viel Energie durch das ständige Umschalten. Setzen Sie Prioritäten in Ihren Arbeitsabläufen und konzentrieren Sie sich auf die aktuelle Aufgabe.
  5. Lernen Sie „NEIN“ sagen. Menschen, die anderen gefallen wollen und daraus einen hohen Teil ihres Selbstwertes beziehen sind besonders stressgefährdet. Entrümpeln Sie Ihren Terminkalender. Es gibt sicher Dinge, die Sie delegieren können, die Sie derzeit selber machen. Lernen Sie, Arbeiten durch andere erledigen zu lassen, die Sie Ihrer Meinung selber besser machen könnten.
  6. Klären Sie Ihre Konflikte. Ungeklärte Konflikte sind ständige Stressverursacher. Auch wenn Sie mit diesen Menschen keinen Kontakt mehr haben, so sorgt doch jeder Gedanke, jede Erinnerung für Stress. Ob eine Sache wirklich bereinigt ist, lässt sich leicht überprüfen. Denken Sie an einen Konflikt und achten Sie dabei auf Ihren Herzschlag, Ihre Gefühle, Ihre Körperwahrnehmung. Bleiben Sie dabei ruhig und entspannt oder können Sie dabei sogar fröhlich lachen oder spüren Sie eine Enge und verstärkten Herzschlag?
  7. Behandeln Sie sich selber liebevoll. Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse. Menschen, die ihren Fokus darauf richten, die Bedürfnisse der anderen zu erfüllen und ihre eigenen Bedürfnisse nicht wahrnehmen, sind besonders Burn-Out gefährdet. Achten Sie auf Ihre Selbstgespräche. Wie behandeln Sie sich, wenn Ihnen ein „dummes“ Missgeschick passiert?

Statt sich einen Idioten zu schimpfen braucht Ihre Seele jetzt Trost und Unterstützung. Gehen Sie am Ende eines Tages noch einmal die wesentlichen Stationen des Tages durch. Was war positiv? Was ist Ihnen besonders gelungen? Wofür können Sie an diesem Tag dankbar sein?

 

Helmut Malzner, Diplom Lebens- und Sozialberater, Supervisor, www.coachingteam.info

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