Wie finde ich den Weg zum Glück

Wie finde ich den Weg zum Glück? Was ist Glück? Haben wir unser Glück im Griff? Kann man sein Glück und seine Zufriedenheit steigern? Glück und Zufriedenheit entstehen nicht aus den äußeren Umständen, dem Bankkonto, materiellen Besitz oder beruflichen Erfolg sondern daraus, wie wir unser Leben gestalten und in welche Aktivitäten wir unser Herz, unser Denken, unsere Seele und unsere Kräfte investieren.

Seit Jahrtausenden beschäftigt den Menschen die Frage nach dem Weg zum Glück. Viele unserer täglichen Entscheidungen sind davon bewusst oder unbewusst betroffen. Dazu gehören der Griff zur Schokolade, zur Zigarette oder zum Telefon um sich mit Freunden zum Kaffee zu treffen ebenso dazu, wie die Suche nach dem richtigen Lebenspartner. Wir jagen oft Dingen nach, bei denen wir meinen, dass diese uns glücklich machen und übersehen dabei die Dinge, die wirklich für unser Glück wichtig sind. Solche irreführende Gedanken können sein:

Wenn ich nur etwas mehr Geld verdienen würde, dann …
Wenn ich nur die Frau/Mann meines Lebens finden würde, dann …
Wenn ich endlich ein eigenes Haus hätte, dann …
Wenn ich diese Beförderung bekäme, dann …
Wenn ich reich, schön, berühmt wäre, dann wäre ich glücklich.

Diese Dinge können uns auf Dauer nicht glücklich machen. Äußere Umstände und Leistungen machen nur etwa 10 % unseres Lebensglückes aus und haben ein Ablaufdatum: z. B. ich bekomme ein neues Haus und bin eine Zeitlang sehr glücklich. Nach einer gewissen Zeit – so versichern uns die Wissenschaftler – sind wir bald wieder auf unserem alten Glückswert. Ganz extrem ist diese Entwicklung bei Lottogewinnern zu beobachten. Nach einer euphorischen Glücksphase fällt der Glückswert innerhalb von zwei Jahren oft auf einen tieferen Wert als vor dem Lottogewinn.

Im „Jetzt“ – den Weg zum Glück finden

Glückliche Menschen sind „jetzt“ glücklich, nicht irgendwann oder morgen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Fähigkeit, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, die Freuden und Genüsse der Gegenwart, die Menschen glücklicher und weniger gestresst und depressiv macht. Die Bibel lehrt uns, im Heute zu leben. „Achtet sorgfältig darauf, wie ihr lebt; handelt nicht unklug, sondern bemüht euch, weise zu sein. Nutzt jede Gelegenheit, in diesen üblen Zeiten Gutes zu tun.“ (Die Bibel, Neues Leben Übersetzung, Brief an die Epheser, Kapitel 5, Verse 15 und 16)

Jede Gelegenheit nutzen kann vieles bedeuten. Den Augenblick leben und nicht an das denken, was noch alles zu erledigen ist. Dazu ist Disziplin erforderlich und es gehört manchmal dazu, im Terminkalender die Zeiten einzutragen, die für Erholung, Familie, etc. wichtig sind. Jesus sagt: „… sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug“. (Die Bibel, Neues Leben Übersetzung, Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 34). Auch jeder schwierige Tag bringt viele positive Augenblicke.

Wir können lernen mit offenen Augen zu sehen, was jeden Tag Gutes um uns herum ist. Am Abend darüber nachzudenken, was war heute gut an diesem Tag holt die Perlen nochmals ins Gedächtnis. Welche Highlights gab es? Was hat mir gut getan? Ihr Leben besteht aus den Erlebnissen, die Sie mit Ihren Lieben haben und aus dem, was für Ihr Herz, Ihren Geist und Ihre Seele wichtig ist.

Glückliche Menschen bringen sich voll ein
Wenn ich in dem was ich tue, aufblühe, dann bin ich glücklich und nehme die Zeit fast nicht mehr wahr. Der Fachausdruck für diesen Zustand ist „Flow“, das bedeutet: im Fluss sein; jemand geht völlig in seiner Tätigkeit auf und erlebt eine neue Dimension. Flow sind Zustände, in denen die subjektive Wahrnehmung des Zeitablaufs sich ändert und das erweckt den Eindruck, dass sich fast jede Mühe lohnt. Flow passiert dann, wenn eine ganz bestimmte Kombination verschiedener Faktoren zusammentrifft. Die Tätigkeit soll eine Herausforderung für uns darstellen und etwas sein, das wir auch können und dadurch ganz auf sie konzentriert sein.

Glückliche Menschen stehen zu sich und öffnen sich für andere
Gott hat das Leben so eingerichtet, dass unser Gehirn, unser Herz, unsere Seele und unser Körper Beziehung zu anderen Menschen braucht. Beziehungen sind der Treibstoff unseres Lebens. Sie geben uns unsere Motivation, unsere Kraft und noch vieles mehr. Gott hat unsere Gehirnchemie so erschaffen, dass sie positiv reagiert, wenn wir Hilfe und Unterstützung erfahren. Suchen Sie sich daher Freunde, die Sie in Ihren Vorhaben unterstützen. Freundschaftliche Beziehungen zu anderen Menschen helfen uns zu einer differenzierten Sicht unseres eigenen Wesens. Sie geben uns Feedback und können uns helfen, negative Sichtweisen zu verändern.
Manche Frauen haben oft Minderwertigkeitskomplexe wegen ihres Körpers, ihrer Kleider, ihrer Frisur, ihrer Wohnung und vielen anderen Dingen, weil sie sich mit den Stars im Fernsehen oder Illustrierten vergleichen. Für einen Mann dagegen ist eine Frau meist dann attraktiv, wenn sie authentisch sie selber ist. Frauen, die sich in ihrer Haut wohlfühlen, sind für Männer viel attraktiver als die, die versuchen, wie irgendein Filmstar oder Model zu sein. Männer denken oftmals, dass den Frauen vor allem ihr Geld, ihr Status und ihr Erfolg wichtig sei. Für Frauen ist der Mann attraktiv, wenn er weiß, was er will, der ohne Angst um sie wirbt und der sich aus eigenem Antrieb um ihre Bedürfnisse kümmert.

Auf die Gedanken achten

Unser Denken bestimmt in großem Maß die Richtung, in die wir gehen werden. Wenn wir uns ständig damit beschäftigen, was alles schlecht laufen könnte, dann werden unsere Sensoren darauf fokussiert und sofort die Bestätigung liefern, dass wir recht hatten. Konzentrieren wir uns dagegen darauf, was wir erreichen möchten und was dazu nötig ist, dann wird unsere Wahrnehmung auf die Erreichung des Zieles gerichtet und jeder positive Schritt in diese Richtung kann uns motivieren, dran zu bleiben. Um unser Denken verwandeln zu lassen, müssen wir zunächst einmal unsere Denkmuster unter die Lupe nehmen. Oft glauben wir „ich bin nicht attraktiv, keiner will mich, ich kann das nicht, schon wieder habe ich das nicht geschafft …“.

Jeder Mensch hat negative Gedanken und diese haben sehr viel Macht. Glückliche Menschen lassen diese Gedanken wie Vögel vorbeifliegen und fangen sie nicht ein. Katastrophendenker vermuten immer gleich das Schlimmste (Wenn … – dann …) Die meisten Katastrophen existieren nur in unserem Kopf. Glückliche Menschen sehen es als Teil des Lebens an, wenn etwas schief gelaufen ist, schütteln die Sache ab und leben weiter.

 

Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, so machen sie diese nicht zum Maßstab für alles andere. Jeder Mensch erlebt in seinem Leben Gutes und weniger Gutes. Glückliche Menschen freuen sich auch dann ihres Lebens, wenn es Pannen gibt. Die Geburtstagsfeier kann immer noch ein voller Erfolg sein, auch wenn der Kuchen verbrannt ist.

 

Glückliche Menschen sind dankbar

Untersuchungen ergaben, dass Menschen, die dankbar sind, glücklich sind. Danken in allen Lebenslagen stärkt unseren Charakter und macht uns zu Menschen, deren Glück nicht mehr von ihren äußeren Umständen abhängt. Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab und deswegen sollten wir unser Glück nicht von den Umständen abhängig machen. Fassen Sie Ihre Dankbarkeit in Worte, schreiben Sie sie auf und lesen Sie sie laut vor. Sagen Sie diese Worte Gott und Ihren Mitmenschen. Die Menschen, denen Sie danken, werden sich geschätzt und gesegnet fühlen und auch Sie selber werden sich besser fühlen.

Wer dankbar ist und dies auch offen zum Ausdruck bringt, ist glücklicher, darüber hinaus hat er auch mehr Energie und schaut optimistischer in die Zukunft. In der Bibel (Neues Leben Übersetzung) finden wir im 1. Brief an die Thessalonicher, Kapitel 5, Vers 18: „Was immer auch geschieht, seid dankbar, denn das ist der Wille für euch, die ihr Christus Jesus gehört.“

Jemandem ein Dankeschön zu sagen kann Beziehungen verändern und ein ehrliches Kompliment ein Lächeln in das Gesicht des Gegenübers zaubern.

Glückliche Menschen achten auf ihre Grenzen
Grenzen haben bedeutet, dass man nicht zulässt, dass sein Leben von den Kontrollversuchen, Manipulationen, dem Leichtsinn oder gar der Gewalt anderer Menschen bestimmt wird. Grenzen haben bedeutet, selber zu entscheiden, was man in seinem Leben zulässt und was nicht. Gesunde Menschen schützen Ihr Herz, Ihren Verstand, Ihre Seele und Ihre Kraft. In der Bibel (Neues Leben Übersetzung) im Buch der Sprüche, Kapitel 4, Vers 23 steht: „Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.“

Gibt es jemandem in Ihrem Leben, der Sie manipulieren will oder Ihnen ein schlechtes Gewissen macht? Erobern Sie die Kontrolle zurück, in dem Sie nicht länger zulassen, dass diese Menschen Sie so behandeln. Menschen, die sich ausnutzen lassen merken meist nicht, dass sie das selber zulassen. Grenzen setzen und selber die Kontrolle und Verantwortung über sein Leben zu übernehmen ist ein wichtiger Schritt für den Weg zum Glück und zur Zufriedenheit.

Brigitte Malzner, Diplom-Lebens- und Sozialberaterin, www.coachingteam.info

Quelle: „Auf der Spur des Glücks“ von Henry Cloud, ISBN 978 – 3-7751-5352-2, Hänssler Verlag

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